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Frühjahr 2017 fährt die Straßenbahn bis zum Mainzer Zollhafen

Mainzer Verkehrsgesellschaft hat mit den Arbeiten zur Erweiterungstrasse begonnen.

Dipl.-Math. Eva Kreienkamp (MVG-Geschäftsführerin), Dipl.-Ing. (FH) Rainer Wießner (MVG-Projektleiter Zollhafen-Ausbau), Hanns-Detlev Höhne (Vorstand Stadtwerke Mainz AG)

MAINZ. Das Mainzer Straßenbahnnetz wird bis zum Frühjahr 2017 um einen wichtigen Streckenabschnitt erweitert: Im direkten Anschluss an die bereits am Ende des Kaiser-Karl-Rings vorhandenen Schienen und auf der gegenüber liegenden Seite der Rheinallee sind jetzt die Arbeiten für die  neue Schienen-Schleife zum Zollhafen gestartet. Insgesamt werden dort in den nächsten Monaten fast ein Kilometer zusätzliche Straßenbahngleise verlegt, um den nördlichen Bereich des Zollhafens an das Mainzer Straßenbahnnetz anzubinden. Die MVG-Geschäftsführerin Eva Kreienkamp und Detlev Höhne, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Zollhafen Mainz Gesellschaft, zeigten sich beim Pressetermin überzeugt davon, dass diese neue Straßenbahnverbindung ein Glücksfall für den Zollhafen ist und das Gelände für Investoren dadurch noch attraktiver wird. Die Straßenbahnerweiterung macht es möglich, dass später die Bewohner des nördlichen Bereichs des Zollhafens sowie die dort arbeitenden Menschen mit der Straßenbahn in weniger als zehn Minuten den Mainzer Hauptbahnhof erreichen können.
 
Der Beschluss der Stadtwerke Mainz AG als Gesellschafter der MVG für den Straßenbahnneubau "Zollhafen" erfolgte am 31. März vergangenen Jahres. Die Plangenehmigung und damit Baurecht liegt seit Anfang April 2016 vor. Vorbereitende Arbeiten starteten dann im Mai. Der Zeitplan sieht vor, dass die Querung der Rheinallee mit dem Einbau der Schienen bis Ende August erfolgt – dann ist der Kreuzungsbereich dort wieder uneingeschränkt befahrbar. In den vergangenen Monaten hatte die Stadtwerke Mainz Netze GmbH dort zahlreiche Leitungsumlegungen vornehmen müssen.

Ab August bis Oktober erfolgt dann jenseits der Rheinallee der Gleisbau im Zollhafen, die Lieferung der Weichen ist Ende November/Anfang Dezember 2016. Die Betriebsaufnahme der neuen Strecke ist im Frühjahr 2017 vorgesehen. Die Gesamtkosten der Zollhafen-Straßenbahnerweiterung belaufen sich auf gut 4,7 Millionen Euro.

Die Zollhafen Mainz (eine Tochter der CA Immo GmbH und der Stadtwerke Mainz AG) entwickelt das ehemalige Hafengelände zum Stadtquartier Zollhafen. Auf 30 Hektar werden Wohn- und Gewerbeeinheiten errichtet. Der Straßenbahnneubau erschließt den Bauabschnitt EA3. Der Abschnitt EA3 ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Im Kaiser-Karl-Ring erfolgt der Gleisanschluss der Erweiterungsstrecke an die bereits im Betrieb befindliche Gleistrasse der MVG.

"Insgesamt werden 970 Meter Gleise verlegt", erläutert Projektleiter Rainer Wießner. Davon 300 Meter zweigleisige Strecke über die Rheinallee, die sich anschließend in eine 300 Meter lange eingleisige Strecke (sogenannte Blockumfahrung) aufteilt. Für den Abzweig in den Betriebshof werden ca. 70 Meter Gleis benötigt. Die eingleisige Streckenführung um den Gebäudeblock ersetzt die Funktion einer Wendeanlage für die Einrichtungsfahrzeuge der MVG.

Abschnitt Kaiser-Karl-Ring
Der Neubauabschnitt zum Zollhafen wird an die bereits im Kaiser-Karl-Ring (KKR) bestehenden Gleise angepasst. Um an dem großen Schachtbauwerk des Abwasserkanals in der Kreuzung Rheinallee/KKR vorbeizukommen, wurden die Gleise im Bestand neu trassiert und im Bereich der neuen Haltestelle sowie in der Einfahrt in den Betriebshof der MVG angepasst. Die Weiche 33 wird hierdurch ebenfalls erneuert. Die Haltestelle "Straßenbahnamt/MVG" wird mit Außenbahnsteigen und einer Nutzlänge von 35 Metern ausgebaut. Eine Doppelnutzung Straßenbahn/Bus ist vorgesehen. Die Oberflächen im Gleisbereich werden durchgängig mit einem Asphaltbelag hergestellt. Die Einfahrtsweiche zum Betriebshof bekommt einen elektrischen Stellantrieb. Die Kreuzung Rheinallee ist mit Ampeln signalisiert.

Abschnitt nördlich Rheinallee
Nördlich der Rheinallee führt die neue Trasse zweigleisig entlang der Straße "Am Zoll- und Binnenhafen“, wobei die Gleise als besonderer Bahnkörper mit Rasengleis mittig im Verkehrsraum liegen. Im Anschluss führt die Strecke als eingleisige Trasse weiter und beschreibt eine Wendeschleife (Blockumfahrung), die danach wieder in den zweigleisigen Abschnitt "Am Zoll- und Binnenhafen" einmündet. In der Geraden wird die Endhaltestelle "Zollhafen" neu errichtet, wobei getrennte Aus- und Einstiegsbereiche in Form einer Doppelhaltestelle mit 65 Metern Bahnsteiglänge realisiert werden. Das Gleis liegt mittig im Verkehrsraum und wird als Rasengleis ausgeführt. Der einseitige Außenbahnsteig erhält beidseitig barrierefreie Zugangsrampen. Die Haltestelle wird ausschließlich von der Straßenbahn genutzt.